Rissiges, abgenutztes Leder an Lenkrad, Schaltknauf oder Sitzwangen – keine Seltenheit in älteren Fahrzeugen. Ich verrate euch, warum ihr Niveacreme niemals auf euer Leder schmieren solltet, und zeige euch anhand meines Wählhebelknaufs, wie man abgenutztes Leder nachfärben und richtig pflegen kann.

Ihr benötigt:

  • Lederreiniger Mild
  • kleine Wurzelbürste
  • weiches Baumwolltuch
  • Wasser
  • Lederfarbe
  • feinen Schwamm
  • Lederprotector
  • Geduld
Ihr benötigt Lederreiniger, die exakte Farbe eures Leders, Lederpflege, eine Wurzelbürste und einen feinen Schwamm.

Ihr benötigt Lederreiniger, die exakte Farbe eures Leders, Lederpflege, eine Wurzelbürste und einen feinen Schwamm.

Schritt 1:

Befeuchtet die Wurzelbürste und tragt den Lederreiniger – vorher kräftig schütteln – auf das Leder auf. Massiert den Reiniger mit kreisenden Bewegungen in das Leder ein. Mit dem Schrubben öffnen sich die Poren, der Schmutz wird gelöst und aus dem Leder gewaschen. Nicht erschrecken: Mit dem Bürsten geht auch die Farbe ab. Aber wir färben das Leder ja nach. Wenn ihr mit dem Einbürsten fertig seid, befeuchtet das Baumwolltuch und wischt den Reiniger gut ab. Reinigerrückstände können mit Waschbenzin oder etwas Alkohol abgenommen werden.

Das Leder ist jetzt noch feucht und muss gut trocknen. Fett, Talg und Schmutz der letzten Jahrzehnte sind ab. Was bleibt, sind kleine Risse und Abnutzungen des Leders. Nach 23 Jahren darf das Leder so aussehen. Das ist Patina.

Schritt 2:

Wenn das Leder trocken ist, tragt etwas Farbe auf einen feinen Schwamm auf. Wichtig: Nehmt nicht zu viel – weniger ist hier mehr. Tragt die flüssige Farbe niemals direkt auf das Leder auf, sondern immer zuerst auf den Schwamm. Massiert eine dünne Schicht Farbe in das Leder ein. Mit leichtem Druck und kreisförmigen Bewegungen könnt ihr die Farbe in die geöffneten Poren des Leders einarbeiten. Lasst die Farbe antrocknen und tragt so eine zweite Schicht Farbe auf.

Kann man die Farbe mit einer Airbrush-Pistole auftragen?

Kann man. Hier sind allerdings zwei Punkte zu beachten:
a) Das Leder muss vorher abgeschliffen werden. Die Oberfläche muss ganz glatt sein, damit die aufgesprühte Farbe haften kann.
b) Die aufgesprühte Farbe dringt nicht in die Poren ein, sondern bildet eine leicht künstlich wirkende Schicht auf dem Leder. Auf beanspruchten Oberflächen wie Lenkrad, Türgriffen, Wählhebel oder Sitzwangen hält sie nicht.

Schritt 3:

Lasst die Farbe über Nacht trocknen. Tragt anschließend Lederprotector oder Lederpflege mit einem weichen Tuch auf, damit das Leder mit Feuchtigkeit versorgt wird.

Pflegetipps von Sattler Sebastian:

Grundsätzlich sollte man Leder nur mit dafür vorgesehenen Produkten pflegen. Tragt die Lederpflege immer auf sauberes Leder auf. Besser regelmäßig wenig Pflegemittel als selten zu viel.

Körperlotionen oder Fettcremes (Niveacreme) sind NICHT geeignet für die Lederpflege. Sie hinterlassen hässliche Flecken und Schlieren, da sie nicht gleichmäßig einziehen. Körperlotionen enthalten Stoffe wie Glycerine oder Silikone, die das Leder beschädigen. In Kombination mit Sonneneinstrahlung und Wärme ergibt die falsche Pflege eine ungesunde Mischung: Die oberste Schicht des Leders löst sich ab – das nennt man Fettbrand.

Fazit:

Trägt man die Farbe mit einem Schwamm auf, bleibt die Struktur des Leders sichtbar. Die Farbe kann eingearbeitet werden und haftet nicht bloß auf der Oberfläche. So wirkt das Leder nicht künstlich, sondern behält seine Patina.

Die richtigen Lederpflegeprodukte könnt ihr hier bestellen: Lederzentrum

Katze

Katze

Gründerin und Autorin von V8-Kultur. Begeistert von altem Blech und legendären Verbrennungsmotoren, lebt und arbeitet als freie Journalistin und Redakteurin in München, schreibt unter anderem für die Magazine Auto Bild Reisemobil und Auto Bild Klassik.
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